Gemeinsam schwingen – Rapport im NLP

Ein Orchester ist nur dann ein Orchester, wenn alle Orchestermitglieder dieselbe Melodie spielen – freiwillig. Ein Orchester, in dem ein Musiker sagt: „Ach nee, Moll, schon wieder Moll, immer dieses Moll, das nervt so, ich spiel mal Dur! „, Ein solches Orchester wird keine gescheite Melodie hervorbringen. Und wenn der Paukenspieler, weil ermeint dass die Pauke wichtig sind, ständig auf die Pauke haut, dann wird keiner mehr die Geigen hören oder die Klarinetten und es gibt ebenso keinen Orchesterklang mehr. Ein Orchester funktioniert eben nur, wenn alle Orchestermitglieder ihrem Dasein in ein und denselben Orchester zustimmen, erst dann bildet das Orchester einen Klangkörper, eine klangliche Einheit, die einen Sound hervorbringen kann, den kein einzelner Musiker nie allein hervorbringen könnte.

Kollektive Spitzenleistungen sind das Ergebnis der Zustimmung aller Beteiligten. Diese Atmosphäre der Bejahung, der Offenheit für das was passiert, der Zustimmung zu unserem Kommunikationspartner nennen wir im NLP Rapport.  Rapport ist die Basis nicht nur jeder tragfähigen Arbeitsbeziehungen, sondern jeder guten Beziehung überhaupt.

Rapport zeigt sich im Ausmaß der Übereinstimmung. Michael Grinder betont, dass die Erlaubnis in einer Beziehung ein guter Maßstab für Rapport ist. Je mehr ich sagen oder tun kann in einer Beziehung, um so mehr Rapport ist da. Wenn ich ständig auf der Hut sein muss, genau  abwäge, was ich sage, was ich tue, wo ich hinschaue usw., dann zeigt das wenig Erlaubnis  und Rapport in  der Beziehung.

Profis stellen Rapport in der Kommunikation bewusst her, in dem sie Angleichungsprozesse aktiv benutzen.  Blickkontakt, Atemfrequenz, Wortwahl, Tonalität ,  Sprachniveau, Bekleidung und viele weitere Merkmale des Ausdrucksverhaltens können zur aktiven Angleichung benutzt werden. im NLP gibt es sehr viele Übungen genau dazu.  wir können Rapport aktiv herstellen und vertiefen.  Das ist eine Kernüberzeugung im NLP.

Je tiefer der Rapport, desto mehr teilt sich von der Gefühls- und Erlebenswelt unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner mit.   Rappportmachen ist immer auch  Eintauchen in eine Woge von Wahrnehmungen, die wir als Informationen deuten. Diese Informationsflut ist schwer zu bändigen.  Es braucht einige Erfahrung, um die richtigen und wichtigen Informationen herauszufiltern.

Rapport ist eine ausgesprochen machtvolle Kommunikationstechnik.  Machtausübungt ist ein einseitiges Geschäft. Macht ausübende sind daher in der Verantwortung abzuwägen, was ein (ge)rechter Gebrauch der Macht ist. Diese Abwägung muss von moralischen Maßstäben geleitet sein.

Ein Hammer ist nicht gut oder schlecht, aber sein Gebrauch kann guten oder schlechten Zwecken dienen. Genauso verhält es sich mit Rapport. Sein bewusster Gebrauch ist an moralischen Maßstäben zu messen. Rapport gibt es auch als unbewusstes Phänomen: die Spiegelneuronen im Gehirn sind in gewissem Sinne „Rapportorgane“, die automatisch anspringen und bewirken dass wir unbewusst Rapport aufbauen, halten und abbauen. Diese unbewusste Gebrauch des Rapport ist eine biologische Tatsache und als solcher einer moralischen Wertung nicht zugänglich. Das wäre genauso, als fände man die Richtung der Schwerkraft wird das Blinken der Sterne moralisch verwerflich. Aber der bewusste und gezielte Einsatz von Rapport geraucht moralische Maßstäbe. Manches Verkaufstraining oder Führungskräftetraining wie auch die Finanzkrise (die ja nicht nur auf der Produktion, sondern auch auf dem Verkauf von Finanzprodukten beruht) zeigen uns die schlimmen Wirkungen fehlender wert – bzw. moralgeleiteter Abwägungen.

Dieser erste Teil enthält eine zusammenfassende Darstellung einiger Aspekte von Rapport im NLP. Im zweiten Teil stelle ich einige Beobachtungen und Interpretationen schwieriger Situationen beim bewussten Aufbau von Rapport vor.

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